in Werkstatt

Am 18. und 19. Juni fand im etwas außerhalb von Genf liegende Chateau de Coppet der Concours d’Elegance Suisse statt. Diese Veranstaltung blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Zum ersten mal fand sie 1923 statt. Die letzte Veranstaltung war 1954. Damals beteiligten sich etwa 20 Fahrzeuge. Nun wurde diese Tradition wiederbelebt. Etwa 70 Fahrzeuge beteiligten sich.

Wir waren mit einem bei uns restaurierten Mercedes 190 SL Baujahr 1959 dabei.

Am Anfang starteten die Fahrzeuge zu einer Tour d’Elegance durch die nahe Umgebung. Dazu stellten sie sich in der Schlossallee auf.

Nach der Tour d’Elegance wurde jedem Fahrzeug sein Platz im Schlossgarten zugewiesen. Die Fahrzeuge waren gemäß ihrer Kategorie eingeteilt. Dann machte sich die Jury an die Arbeit. Wir waren erstaunt, wie detailliert alles geprüft wurde. Teilweise wurden Fahrzeugspezialisten hinzugezogen. Die Fahrzeuge mussten nicht nur optisch perfekt sein. Auch alle mechanischen und elektrischen Teile mussten einwandfrei funktionieren.

Das Wetter sorgte für machen Kapriolen. Der Besitzer dieses wunderbaren Bugatti vergaß das Verdeck seines Fahrzeugs zu schließen. Und er schien weltvergeßen im trockenen Zelt sich vergnügt zu unterhalten. Gott sei Dank kamen zwei beherzte Kollegen angerannt und setzten sich kurzerhand, jeder mit einem Schirm bewaffnet, ins Fahrzeug und verhinderten damit schlimmeres.

Es wurde – nicht nur wegen den Wetterkapriolen – ständig geputzt und poliert.

Und natürlich waren auch ganz besondere Enthusiasten anwesend. Dieser hier, seines Zeichens Vorsitzender des ehrwürdigen Rolls Royce und Bentley Enthusiasten Clubs der Schweiz hatte nicht nur eine erlesene Bar im inneren seines Fahrzeugs, sondern im Kofferraum auch noch eine voll ausgerüstete kleine Teeküche. Naja alles very british!!

Es wurden je Kategorie zwei Fahrzeuge prämiert. Alle anderen Fahrzeuge wurden nicht in einer Rangliste gereiht. Einiges über die Bewertung erfuhr man in der Kommunikation mit der Jury. Wie das bei diesem Wetter so war, ergoss sich gerade während der Prüfung unseres Mercedes ein ziemlich heftiger Regenguss über die Mitglieder der Jury und uns. Deswegen fiel die Kommunikation recht kurz aus. Schade. Nach allem was wir so sahen und mitbekamen, gehen wir bei unserem MB 190ig von folgenden Pluspunkten aus:

  • Das Fahrzeug gefällt optisch. Der Lack ist nahezu perfekt, das Interieur ist stimmig und authentisch.
  • Der Motor läuft fließend, weich und rund.
  • Die Mechanik funktioniert tadellos. Ebenso die Elektrik. Mit einer Ausnahme, siehe unten 🙂
  • Kurzum die Restauration ist sehr gut gelungen.

Wir denken, dass wir Minuspunkte erhielten für:

  • Die Dokumentation, mir der wir uns mit unserem 190igers für diesen Wettbewerb vorgestellt haben.
    Die Beschreibung der Provenienz war nicht vollständig. Wir haben leider bis jetzt die Vorbesitzer nicht vollständig eruieren können. Das werden wir nochmals angehen.
  • Und wie das so ist. Während der Abnahme durch die Jury funktionierte ein kleines Lämpchen der Kennzeichen-Beleuchtung nicht. Vorher ging alles tadellos. Nachher auch! Aber gerade in dem wichtigen Moment funktionierte es leider nicht. Und diese Jury sah alles, wirklich alles.

Uns hat die Teilnahme große Freude gemacht. Wir wissen jetzt wie es auf so einem Top-Concours zugeht und wir wissen worauf zu achten ist. Wir werden diese Erfahrungen in unsere tägliche Arbeit einfließen lassen. Wir sind sicher dass wir damit unseren Kunden einen besonderen Service bieten können.

Ein besonders schönen Bericht zu diesem Concours findet sich auch unter diesem Link.

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