in Restaurierung

Einer unserer Freunde findet nach vielen Jahren seinen alten 1955er Chrysler Imperial Newport wieder! Oder ist es umgekehrt?

Es gibt sie noch; die unglaublichen Oldtimer-Geschichten!

Im Jahr 1997 kaufte ein Freund von uns in Anaheim, Kalifornien, einen Chrysler Imperial Newport, Baujahr 1955. Er war damals 19 Jahre alt und noch in Ausbildung. Dieses Fahrzeug war sein Traum. 2005 musste er seinen Imperial leider verkaufen. Unser Freund brauchte damals das Geld. Vor wenigen Tagen wurde er dann völlig überraschend von einem Dritten darauf aufmerksam gemacht,  dass genau so ein Fahrzeug wie er es damals hatte, und dem er noch immer nachtrauerte, auf dem Markt angeboten wurde. Anhand der Fotos wurde ihm sofort klar, dass es sich nur um „seinen“ alten Imperial handeln konnte. Also fackelte er nicht lange und war schon am nächsten Tag zur Besichtigung vor Ort. Bei der Besichtigung stellte er schier Unglaubliches fest: Der Tachostand war genau dort, wie er seinerzeit auf dem alten Kaufvertrag vermerkt war. Das Fahrzeug wurde also gar nicht bewegt. Es stand nur im Freien, auf dem Hof des damaligen Besitzers.

Unser Freund schaute sich den Motor an, kontrollierte die Flüssigkeiten…alles voll, drehte den Motor langsam per Hand, damit in den Innereien alles schön geschmiert wurde, schloss einen Starthilfe Booster an und: Nochmals Unglaubliches, der Motor blubberte zunächst, drehte sich dann, jagte dicke Russwolken aus  dem Auspuff und nach kurzer Zeit ließ der Chrysler-Hemi-V8 seinem unnachahmlichen Sound erklingen!

Klar hat das Fahrzeug nach so langer Zeit gelitten. ABER: Es ist vollständig Original und völlig unrestauriert. Natürlich sind das aller beste Voraussetzungen für eine schöne Patina-Restaurierung! Und genau so wird das auch gemacht.  Bilder vom heutigen Zustand seht ihr oben. Natürlich gibt es viel zu tun und es wird seine Zeit dauern, bis das Fahrzeug in seinem zeitlosen Design „great“ da steht. Aber das wird es!

Dieses Fahrzeug werden wir gemeinsam mit unserem Freund restaurieren. Im Moment wird der Imperial, gemäß unserem Vorgehensmodell, in seine Einzelteile zerlegt, damit wir einen genauen Überblick gewinnen können. Darauf aufbauend wird dann ein möglichst detaillierter Restaurierungsplan erstellt.  Wir werden Euch über dieses Projekt auf dem Laufenden halten.

Hat nun unser Freund seinen alten Imperial wieder gefunden oder hat der Imperial seinen alten Freund wieder gefunden? Egal und wie auch immer. Die „Beiden“ haben sich wieder.

Freude herrscht!

Hier noch einige Informationen zum Imperial Newport.

„Imperial“ war von 1955 bis 1975 die Prestige Marke der Chrysler Gruppe. Damit trugen die „Chrysler“-Imperial-Modelle nicht mehr den Markennamen Chrysler, sondern wurden unter eigenem Markennamen, nämlich „Imperial“ verkauft. Die Imperial Fahrzeuge wurden von den äußerst zuverlässigen Chrysler-V8-Motoren angetrieben, die mit Automatikgetrieben verbunden waren. Sie waren mit einer Technologie ausgestattet, welche die unter dem Namen Chrysler verkauften Schwestermodelle als einfachere Automobile erscheinen ließen.

ImperialForwordlook1955 führte Chrysler auch bei der Marke Imperial den „Forward Look“ ein. Darunter verstand man ein nach vorne geneigte Front. In mehreren Marktstudien meinte man herausgefunden zu haben, dass dies die Kunden als „besonders schnell“ empfanden. Der Forward Look eroberte den amerikanischen Markt im Sturm. Eine angesehene Designer Zeitschrift nannte deswegen auch das Imperial Newport Coupé von 1955 als „Rolling Art“.

Der Forward Look wurde von Virgil Exner entworfen. Exner war in den 60iger Jahren des vorigenVirgil_Exner_detail Jahrhunderts einer der gefragtesten Automobil-Designer. Er war neben Chrysler für Studebaker und General Motors tätig. Gemeinsam mit seinem Sohn entwarf er später auch noch mehrere sogenannte Revival Cars. Als letztes und herausragendes Fahrzeug in dieser Revival Reihe entwarf Exner den für sein Design berühmten Stutz Blackhawk.

Vom 2-türigen Newport-Hardtop-Coupé wurden 3.418 Stück gefertigt. Als Antrieb diente der Chrysler-Hemi-V8 der ersten Generation mit 5,4 Litern Hubraum, der 286 PS Leistung entwickelte.

Weltweite Beachtung und „Berühmtheit“ erhielt die Marke Imperial als bei der Beerdigung von John F. Kennedy im November 1963 eine Pullman-Limousine von Imperial mit Jackie Kennedy und ihren Kindern an der Spitze des Konvois fuhr. Dies war kein Zufall. Die Marke Imperial repräsentierte damals alle Eigenschaften, welche man einem ur-amerikanischen Fahrzeug zusprach. Die Marke Imperial war eine Ikone des „american dream“. Und das wollte man der ganzen Welt zeigen.

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