in Restaurierung

Wir durften diesen Stutz IVPorte teil-restaurieren und haben ihn nun fertig gestellt.

Im folgenden gibt es Informationen zu Fahrzeugen der Marke Stutz im Allgemeinen und einem Stutz VIPorte im Speziellen.

Der Stutz IVPorte ist eine viertürige Luxuslimousine, die der ehemalige  amerikanische Automobilhersteller Stutz Motor Car of America zwischen 1979 und 1981 in einer sehr kleinen Stückzahl baute. Heute würde man diese Fahrzeuge in Anlehnung an verschieden ähnliche Begriffe (wie etwa Boutique-Hotel)  als sog. „Boutique-Fahrzeuge“ bezeichnen.  Mit dem „Boutique“ meint man etwas, kleines, feines, ästhetisches, elegantes  und verschiedenartiges. Ganz so war es auch beim Stutz IVPorte, welcher auf verschiedene fremde Grossserienteile und Grossserientechnologien, insbesondere von General Motors, zurückgriff.

Stutz war ein in Indianapolis ansässiger Sport- und Luxfahrzeughersteller, der von 1898 bis 1938 existierte und zählte damals zu den legendären Vorkriegsmarken. Stutz spielte in der gleichen Oberliga wie etwa die legendären Duesenberg Fahrzeuge. Diese alten Fahrzeugschmiede wurden von einzelnen dominierenden Persönlichkeiten geprägt. Bei Düsenberg waren dies die Brüder Fred und August Düsenberg. Beide, insbesondere Fred, waren begnadete Konstrukteure. Deswegen standen bei Düsenberg auch die technischen Komponenten im Vordergrund.

Bei Stutz war der Designer Virgil Exner (1909 – 1973), welcher nach dem Krieg das Bild der Marke prägte. Auf Exner ist es denn auch zurückzuführen, dass Stutz hauptsächlich über das Fahrzeugdesign wahrgenommen wurde. Deswegen wollen wir uns hier hauptsächlich auf das Design konzentrieren. Das können wir  auch, denn selbstverständlich verfügte der Stutz über eine grossvolumige Motorisierung und eine für damalige Zeiten ausgefeilte Technologie. Die Stutz IVPorte Modelle hatten einen Motoren-Hubraum 5.0 – 7.5 Liter.

Zu reden gab aber das extravagante Design. Und über Design kann man bekanntlich endlos streiten. Den Stutz liebe man oder man verdammte ihn. Etwas dazwischen gab es nicht. Die britische Fachzeitschrift Thoroughbred and Classic Cars positionierte den Stutz Blackhawk von 1971 auf ihrer Liste der 10 häßlichsten Autos der Welt im Jahr 2000 auf den dritten Platz, verbunden mit dem Kommentar: „einfach geschmacklos.“ „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ sagte schon um 400 vor Chr. Thukidides, ein Griechischer Feldherr.

Auch heute ist das noch so und so verwundert es nicht,  dass wie kaum ein anderes Fahrzeug es der kulturelle Hintergrund des Betrachters ist, welcher für die „Benotung“ des Aussehens eines Stutz von Bedeutung ist. Deswegen ist es sicherlich auch kein Zufall, dass Stutz zur bevorzugten Fahrzeugmarke der Künstler und Avantgardisten sich entwickelte.

Zu den bekannten Besitzern eines Stutz gehörte: Elvis Presley und Dean Martin, Curt Jürgens, Elton John (alle Stutz Blackhawk) oder Kenny Rogers und Barry Withe (Stutz IVPorte); Frank Sinatra, Sammy Davis jr. Libarace, Evil Knievel, sowie Muhamed Ali. Omar Bongo der Präsident von Gabun besass eine von zwei hergestellten Stutz Royal Limousinen und nutzte diese als Staatskarosse. Der Sultan von Brunei sowie König Hassan II von Marokko sind beide grosse Stutz Liebhaber und verfügen in ihren Sammlungen über mehrere dieser Fahrzeuge.

Gleich vier Stutz Blackhawk nannte Elvis Presley sein eigen. Im Oktober 1970 kaufte er den ersten Prototypen. Seinen ersten Stutz hatte sich Elvis zusätzlich noch von George Barris veredeln lassen, der unter anderem Filmautos wie das originale Batmobil hatte. Der King hatte nicht lange Freude an dem Auto: Im Juli 1971 wurde es bei einem Unfall zerstört. Elvis kaufte Ende 1971 und 1973 zwei weitere und im September 1974 seinen letzten Stutz: in Schwarz, mit roten Lederpolstern und Schiebedach. Das letzte bekannte Foto von Elvis zeigt ihn wenige Stunden vor seinem Tod kurz nach Mitternacht zum 16. August 1977 am Steuer dieses Wagens.

Eine lange Liste mit bekannten Eigentümer eines Stutz, welche mit schönen Fotos „garniert“ ist, findet ihr unter diesem Link.

Virgil Exner überzeugte im Februar 1968, nach zwei gescheiterten Versuchen,  den New Yorker Bankier James O’Donnell von seinem sog. Revival-Car Konzept. Im Mittelpunkt dieses Konzeptes stand die Wiederbelebung von Designelemente aus der Vorkriegszeit. Zu diesen Elementen gehörten frei stehende Frontscheinwerfer stilisierte Kotflügel sowie ein „schwülstiges“ Interieur. Und natürlich schiere Grösse und Bequemlichkeit. James O’Donnel bezeichnete eine ihm von Exner vorgelegte Konzeptstudie „als das schönste Automobil, das ich je gesehen habe“.

Virgil Exner starb 1973. Sein Nachfolger wurde Paolo Martin. Er wurde 1943 in Turin geboren und arbeitete zunächst eng mit der Pininfarina S.p.A. zusammen. Martin entwarf verschiedene Modelle, so den Rolls Royce Carmargue oder den Peugeot 104. Für Stutz entwarf er neben dem IVPorte auch den Stutz Royale.

Der IV Porte wurde in Italien aufgebaut. Stutz erhielt von General Motors fertige Basisfahrzeuge, die per Schiff und LKW nach Cavallermaggiore in Italien zur Carrozzeria Saturn geliefert wurden.  Zwischen zehn und zwanzig italienische Spengler stellten in Handarbeit die neuen Karosserieteile her und passten sie den von ihrer Serienkarosserie befreiten Basisfahrzeugen an. Alle an einem Fahrzeug beteiligten Spengler bürgten mit ihrer Unterschrift (siehe Bild am Anfang des Beitrags) für eine einwandfreie Arbeit. Eine für jedes Fahrzeug individuelle Plakette wurde im Motorraum angebracht.  Auch die Innenausstattung wurde in Italien gefertigt, schließlich erfolgte hier auch die Lackierung, die aus bis zu 20 Lackschichten bestand.

Von 1979 bis 1981 entstanden so etwa 50 IV Porte-Limousinen.

Besondere Designmerkmale des IVPorte sind:

  • geschwungene Chromleisten an den Wagenflanken, die die Linien von frei stehenden Kotflügeln imitierten
  • angedeutete, aber nicht funktionsfähige Trittbretter unterhalb der Türen
  • eine lange, exponiert geformte Motorhaube
  • ein großer, über die Stoßstangenlinie hinausragender Kühlergrill, in den die Linien der Motorhaube mündeten
  • frei stehende Frontscheinwerfer, die durch Aussparungen links und rechts des Kühlergrills ermöglicht wurden
  • imitierte Sidepipes, Auspuffrohre, die hinter den Vorderreifen aus den Kotflügeln austraten und unter den Türen nach hinten verliefen und
  • ein frei sichtbares Reserverad, das zum Teil in den Kofferraum eingelassen war.

Ein besonderes Charakteristikum war ein stark abfallendes Heck. Der Kofferraumabschluss lag allerdings höher als beim Blackhawk III. Anders als beim Coupé waren die Rückleuchten nicht unterhalb der Stoßstange angebracht, sondern darüber.

Der Innenraum war individuell, meist sehr hochwertig, ausgestattet: Britisches Connoly-Leder, handgeknüpfte Teppiche und Wurzelholz aus Italien. Die Einfassung der Instrumente und die Schalter und Hebel waren zum Teil mit Blattgold belegt.

Bis 1988 verkaufte Stutz etwa 600 Autos, die meisten davon Blackhawk-Coupés. Vereinzelt baute Stutz auch Limousinen und Cabriolets. In Deutschland kostete ein Stutz Blackhawk zu Beginn der 70er Jahre rund 150.000 Mark, während ein offener Rolls Royce Corniche bereits  bereits für 140.000 Mark zu haben war. Zum Vergleich: Ein VW Käfer kam 1973 als gelb-schwarzer Renner auf 7650 Mark, ein Opel Kadett als besonders gut augestattete Version Festival auf 7850 Mark. Der Maserati Ghibli war mit einem Neupreis von 73.000 Mark nur halb so teuer wie ein Stutz Blackhawk. Das hielt den Käuferkreis naturgemäß im überschaubaren Rahmen. Noch viel seltener kommt heute einmal eines dieser Luxuscoupés in den Verkauf. Dass ein Stutz  mühelos 20 Liter auf 100 Kilometer verbrauchte, dürfte die Käufer damals wie heute nicht gestört haben

In der Fernsehserie  Night Shift von 1982 spielt ein Stutz IVPorte eine wichtige Rolle. Der „durchgeknallten“  Bill „Blaze“ Blazejowski (Michael Keaton) donnert regelmässig mit seinem Stutz IVPorte durch die Grossstadtstrasse und gibt dabei „Weisheiten“ von sich.

Vom Stutz IVPorte wurden 50 Fahrzeuge produziert. Wie viele davon heute noch weltweit existieren ist ungekannt. Diese Fahrzeuge sind daher ganz seltene Liebhaberstücke. Besonders gefragt sind natürlich Fahrzeuge mit einer Geschichte. Wie diejenige des Stutz IVPorte von Barry Withe.

Barry Withe hatte im Jahr 1979  mit „ You’re The One I Need“ einen Welthit. Er widmete diesen Song seiner Frau Glodean. Im gleichen Jahr kaufte Barry einen Stutz IVPorte.  Später verkauften die Withe’s das Fahrzeug wieder und verloren es aus den Augen. Bis diese Fahrzeug zufällig in einer reality Fernsehsendung „Counting Cars“ plötzlich und völlig unverhofft wieder auftauchte.

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COUNTING CARS, SEASON FINALE TONIGHT AT 10/9COUNTING CARS, SEASON FINALE TONIGHT AT 10/9c: On tonight’s episode, Danny is commissioned by Barry White’s estate to find and restore the legendary singer’s Stutz IV Porte. Click „LIKE“ if you think Danny’s up to the challenge:

Posted by Pawn Stars on History on Dienstag, 25. September 2012

Glodean Withe setzte alle Hebel in Bewegung und bekam dieses Fahrzeug wieder zurück Ein Zeuge berichtete: „He says Glodean told him „spare no expense-she wants it like it used to be“. Well, he does & then brings Glodean out to see it….she looks great !It then became very emotional as Glodean started crying saying „I see my husband“….well, I almost had tears too“

Stutz IVPorte von Barry Withe nach seiner Restaurierung

Stutz IVPorte von Barry Withe nach seiner Restaurierung

Das Fahrzeug von Barry Withe wurde  in Las Vegas von Count’s Kustoms restauriert.

Und wir, ja wir sind mächtig stolz, dass wir im Appenzeller Land ebenfalls ein solches Fahrzeug teilrestaurieren durften. Tja, es muss ja nicht immer nur Las Vegas sein.

Unserem Kunden sagen wir „DANKE“ für das Vertrauen.

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