Unser Kunde, nennen wir ihn Herr Quick, fuhr Ende des  Sommers 2016 zu einer wohligen LustreiseWeinbergPiemont über die Alpen ins schöne Piemont. Dort verlebte er mit Freundinnen und Freunden angenehme Tage. Beschwingt  fuhr er durch schönen Weinberge, seine Liebste sass Dicht neben ihm auf dem Beifahrersitz. Gemeinsam  besichtigten sie die lokalen Sehenswürdigkeiten und genossen die Genüsse aus den Küchen und Kellern. Was sich die Beiden sonst noch gönnten, entzieht sich unseren Kenntnissen.

 

 

Am Ende des rundum gelungenen Ausflugs tafelte die bestens gestimmte Reisegesellschaft  im La DueRestaurant Le Due Laterne in Nizza Monferato. Man hatte das Tartufo Menü bestellt. Der Gaumen von Herrn Quick jubelte.  Der  vorzügliche Rotwein schmeckte vorzüglich.  Herr Quick bat seine Frau die Strecke zurück in die Schweiz zu fahren. Nur äusserst ungern willigte sie ein, denn auch ihr schmeckte der edle Tropfen.

 

 

Nun brachte es der Zufall mit sich, dass direkt gegenüber dem Restaurant auf der Grande Piazza einOldtimermarktNizza Oldtimer Markt stattfand. Die Gruppe meinte, dass dies die gewünschte Gelegenheit sei um sich vor der langen Rückreise noch etwas die Beine zu vertreten. Man nahm also die angebotenen Teile, Fahr- und Motorräder sowie die wenigen ausgestellten Fahrzeuge in Augenschein.

 

 

Auf einmal  zeichnete sich auf Herrn Quicks Gesicht ein breitmundiges Lächeln aus. So heiter erstaunt RR1war er schon lange nicht mehr. Was sah er denn da?? Direkt neben seiner Liebsten stand  ein weiteres Objekt seiner Begierde! Ein Landrover 88 Serie III. Exakt so ein Teil wie er es  sich schon lange gewünscht hatte.  Die Farbe stimmte und das Modell auch. Gerade alles passte. Auch der Preis. Ausgesprochen günstig war der Preis. Naja, kein Wunder, die Preise in Italien sind ja auch günstig.  Und Wunder gibt es halt immer wieder,  dachte sich Herr Quick.

„Tutto originale, tutto in condizioni eccellenti“ schwärmte der Verkäufer.  Herr Quick und er wurden innerhalb kürzester Zeit so vertraut miteinander als würden sie sich schon ein Leben lang kennen. Herr Quick nahm auf dem Beifahrersitz Platz, der Verkäufer drehte mit ihm eine Runde um den Platz. „La macchina è perfetta.“ strahlte nun auch der Verkäufer mit einer weit ausladenden Bewegung seiner Arme. Beide hatten  Grande piacere . Der Verkäufer liess angesichts der Freude von Herrn Quick nicht mit sich handeln und so wurde auf der Motorhaube ein einfacher Kaufvertrag unterzeichnet, alles ohne Garantie, gekauft wie gesehen.

Frau Quick sowie die anderen Mitglieder der Reisegruppe begannen zu drängeln. Wie aus dem nichts wurde eine Kreditkarten-Maschine herbei gezaubetr.  Herr Quick schob seine zahlungsstarke Platinum Amex-Karte hinein und schon war der Kauf perfekt.  Der Verkäufer ärgerte sich,  als er der Farbe der Karte gewahr wurde, dass er nicht mehr verlangt hatte und ruck-zuck war alles erledigt. Herr Quick vereinbarte noch, dass er sein neues Fahrzeug  etwas beim Fahrkäufer stehen lassen darf. In ein paar wenigen Tagen wolle er das Fahrzeug holen. Es sollten Wochen werden.

Zu Hause angekommen, schaute Herr Quick im Internet nach den Vorschriften, wie er das Fahrzeug aus Italien in die Schweiz bringen konnte. Er traute seinen Augen nicht, was da alle zu beachten war. Eigentlich dachte Herr Quick daran mit dem noch in Italien zugelassenen Landrover in die Schweiz zu fahren. Nun las er, dass dies so einfach wie er sich das vorgestellt hatte, nicht geht. Also beauftragte er notgedrungen eine Spezialfirma. Nun war das alles auf einmal gar kein Problem mehr. Aber es kostete und zwar ziemlich viel.

Der Zustand des Fahrzeugs war,  als es bei uns vom Hänger des Spediteurs ausgeladen wurde,  nicht so, Landwerkstattwie das der Verkäufer in Italien geschildert und Herr Quick in Erinnerung hatte. Rost fiel wie braune Schneeflocken vom Chassis, Öl tropfte aus mehreren Dichtungen und die Abgase waren schadstoffhaltiger als das einer Schweizer Motorfahrzeugkontrolle gefällt.

Auf der anderen Seite fanden alle Betrachter, dass es sich um ein „geiles Teil“ handele. Wir auch. Also machten wir uns ans Werk. Wir haben geschweisst, Dichtungen ausgetauscht, neue  Sicherheitsgurte und Sitze eingebaut, den Motor auf Vordermann gebracht und vieles andere mehr.. Kurz vor dem MFK Termin sind wir dann nochmals ausgiebig Probe gefahren. Als der Landi bei uns abgestellt wurde:  Uff, wieder tropfte Öl. Gott sei Dank konnte dieses Leck rasch nachhaltig geschlossen werden.

Mit Herrn Quick fuhren wir letzte Woche zur MFK, setzten uns und warteten. Alles wurde genauestens überprüft. Dann wurde das Fahrzeug vor die Halle gefahren.  Der Prüfer kam herein: „Schönes Teil!“ lächelte er Herrn Quick an. Der konnte sein Glück kaum fassen und fragte „Was hat das zu bedeuten?“ „Nun, dass es halt  ein geiles Teil ist“.  Kurzum Herr Quick bekam nach entsprechenden Vorarbeiten von uns die Papier und ließ das Fahrzeug noch am gleichen Tag  in Trogen zu und fährt nun vergnügt  seine Runden.

Und die Moral von der Geschicht??  Kaufe nicht spontan, sondern lass Dich beraten. Sichere Dir, wenn es denn wirklich dieses Fahrzeug sein muss, schlafe darüber und komme gerne zu uns BEVOR Du unterschreibst und bezahlst. Es gibt so gut wie nie nur diese eine Fahrzeug und nur diese eine und einzige Gelegenheit. Und bei Lichte oder nüchtern betrachtet,  ist ein Schnäppchen meist nicht wirklich ein Schnäppchen. Auch auf Gelegenheitsmärkten kennt man die Preise und hat nichts zu verschenken.

Land8

Herr Quick hatte  Glück. Dieser Landrover 88, Serie III ist wirklich ein ganz spezielles Fahrzeug das ihm noch viel Freude bereiten kann. Das Fahrzeug ist im hohen Masse Original und die Historie ist über die italienische Landrover Organisation verbürgt. Fachmännisch gepflegt könnte es sich auch noch als eine gar nicht so schlechte Anlage erweisen. So  ein Landrover 88 Serie III hat gemäß Classic Data zwischen Oktober 2011 und November 2017 eine durchschnittliche jährliche Wertsteigerung von 8 Prozent erzielt.

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